Das Sparprogramm der Geschäftsleitung für den MDR in Höhe von 160 Millionen Euro bis 2028 zeigt Wirkung – im Programm! Und das Programm, das gestalten in überwiegendem Maße wir, die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im MDR.
Ganze Sendungen wurden bereits gestrichen, andere gekürzt. Betroffen sind alle Ausspielwege und auch die regionale Berichterstattung. Trotz aller Bemühungen, dies sozialverträglich zu gestalten, bedeutet das für uns Freie: weniger Beauftragungen, weniger Schichten, weniger Dienste – weniger Arbeit im MDR und damit: weniger Geld.
Um einen Überblick über das Ausmaß der Kürzungen zu bekommen, hat der Gesamtfreienrat seit Dezember vergangenen Jahres versucht, eine Übersicht über alle Standorte zu erarbeiten.
Daraus entstanden ist ein Dokument von 28 Seiten, welches wir Anfang Oktober dem Rundfunkrat zugestellt haben. Vorangegangen waren im Frühjahr Gespräche mit den Programmausschüssen, in denen der Wunsch an uns herangetragen wurde, mehr über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf die Freien sowie zu deren Situation generell zu erfahren.
Aufgabe der 50 Frauen und Männer im Rundfunkrat ist u.a. die Kontrolle der Angebote des MDR – in ihrer Unabhängigkeit und in ihrer Vielfalt. Unser Ziel war es, eine Übersicht aus MacherInnen-Perspektive zu geben verbunden mit der Hoffnung, dass sich das Gremium für den Erhalt und den Ausbau der inhaltlichen regionalen Vielfalt und für die Präsenz des MDR einsetzt. Denn Kürzungen im Programm bedeuten Verlust von Relevanz – beim Konsumenten und innerhalb der Medienlandschaft. Gerade die Regionalität sollte das Alleinstellungsmerkmal des MDR sein. Wir als Gesamtfreienrat befürchten, dass der MDR und sein Ansehen aufgrund der Kürzungen Schaden nehmen. Denn Wiederholungen und Übernahmen aus der ARD füllen zwar das Programm, werden aber vom Zuschauer bemerkt und schon jetzt kritisiert.
Nur eine Woche nach Einreichung des Dokuments an den Rundfunkrat waren zwei VertreterInnen des Gesamtfreienrates zu Gast bei der Sitzung des Programmausschusses Leipzig des Rundfunkrates. Dort konnten wir Fragen beantworten und unsere Befürchtungen erläutern. Unser Anliegen wurde interessiert aufgenommen, es gab großen Dank an uns für diese umfangreiche Auflistung. Weitere Gespräche sind zwischen den regionalen Freienräten und den Landesgruppen anvisiert.
Auszüge aus unserer Zusammenstellung (Stand September 2025):
- Die Einsparungen führen zu Reduzierung von ca. 1 h selbst produziertem Fernsehprogramm und ca. 3 h Hörfunkprogramm über alle Wellen pro Tag.
- Obwohl der MDR versucht, die Kürzungen bei uns Freien sozialverträglich zu gestalten, kam es bereits zu Reduzierungen in der Beschäftigung und auch Beendigungen freier Mitarbeiterschaft.
- Eingestellte Sendungen im TV u.a.: Hauptsache Gesund, Quickie, Außenseiter-Spitzenreiter, Sagenhaft, Zeitreise, Biwak, Dorfgeschichten, MDR um 11
- Eingestellte Sendungen im HF u.a.: wöchentliche lange Reportage bei MDR Aktuell, Nachrichten bei Jump und Sputnik, Splittung in die Regionalreports u.a. im LFH Magdeburg, Regionalreport in den Ferien u.a. im LFH Dresden, Fazit vom Tag (LFH Erfurt), Regio-Reporter und Newsdienste in Ferien und an Feiertagen
- Eingestellte Inhalte bei Online u.a.: Science vs. Fiction,#blickzurück
- Reduzierungen im TV: exakt, Der Osten, Damals war’s, Sport im Osten, Umschau
- Reduzierungen im HF: Hörer machen Programm, Nachrichten, Vorabendprogramm
- Reduzierungen bei Online: Geschichtsinhalte, Podcasts.
Sobald der Wirtschaftsplan 2026 vorliegt, will der Rundfunkrat den Austausch fortführen.
